Bezirksgruppe Detmold

Jahresbericht 2009

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Erste Fortbildungsmaßnahme der BWK-Bezirksgruppe Detmold als Informationsveranstaltung zu den Verbundrohren der Fa. FABEKUN in Zusammenarbeit mit dem Abwasserverband der Stadt Lage

Am 31. März 2009 fand in Zusammenarbeit des Abwasserverbandes Lage und der BWK-Bezirksgruppe Detmold in den Räumen des Zentralklärwerkes der Stadt Lage eine Informationsveranstaltung der Betonwerk GmbH Gebr. Fasel statt. Nachdem Herr Offermann, Leiter des Abwasserverbandes Lage, einen Überblick über die Kläranlage und die allgemeinen Probleme aus dem Arbeitsfeld des Abwasserverbandes gab,

erläuterte Herr Anders, als Fachgebietsleiter, die konkrete bauliche Situation an der zurzeit laufenden Baustelle im Stadtgebiet. Besonders wurde auf die aggressiven Abwässer einer Zuckerfabrik verwiesen, die die eingebauten Abwasserrohre aus Beton in relativ kurzer Zeit irreparabel zerstörten. Eine Sanierung mit herkömmlichen Inlinern war aus statischen Gründen nicht möglich. Als ein geeignetes Rohrmaterial wurde ein Verbundrohr des Betonwerks Gebr. Fasel für die Kanalsanierung gewählt.

Herr Yalcin, von der FASEL-Betonrohr GmbH, stellte im Anschluss das Rohrmaterial im Detail vor. Hierbei wurde mit besonderem Augenmerk auf das Verbundrohr FABEKUN eingegangen. Dieses Verbundrohr aus einem korrosionsbeständigen PVC-Inliner und einem Mantel aus tragfähigem Beton vereint mehrere positive Eigenschaften. So wurde für den Inliner eine Dauerhaftigkeit von 300 Jahren prognostisiert. Die Tragfähigkeiten von Betonrohren ist bekannt und werden durch Basaltsplitt als Zuschlagsmaterial gegenüber einem gebräuchlichen Zuschlag aus einem Sand-Kies-Gemisch noch erhöht.

Durch den dichten Inliner aus PVC erfüllen die Rohre auch die Anforderungen, die in Wasserschutzgebieten als Standard gefordert werden.
Um sich einen ersten Eindruck vom Umgang mit diesen Rohren verschaffen zu können, wurde die Baustelle im Anschluss besichtigt. Hierbei stand neben dem Vertreter des Rohrherstellers auch Herr Kolditz vom planenden Büro Redecker für Fragen der Teilnehmer zur Verfügung.

Diese Maßnahme war eine gelungene Auftaktveranstaltung der Fachfortbildungen in 2009.

Zweite Fortbildungsveranstaltung der BWK-Bezirksgruppe Detmold an der Johannisbachtalsperre (Obersee) in Bielefeld

Am 16. Juni 2009 besichtigten 22 BWK-Mitglieder und vier Studenten der Fachhochschule Lippe/Höxter die Johannisbachtalsperre in Bielefeld. Da zu dieser Zeit diese Talsperre entschlammt wurde und die beiden Zulaufgewässer, der Johannisbach und die Jölle, um den Staubereich der Talsperre geführt wurden, war dies eine aus baufachlicher Sicht hochinteressante Baumaßnahme.

Die Talsperre hat ein Stauvolumen von ca. 320.000m³. Durch Regenwassereinleitungen im Einzugsgebiet und durch direkte Abspülungen von den landwirtschaftlich genutzten Flächen im Einzugsgebiet setzten sich ca. 120.000 m³ Sedimente im Staubereich ab. Eine holländische Firma saugbaggerte hiervon ca. 100.000 m³ aus dem Stausee und spülte das Baggergut auf zwei extra angelegte Polder. Diese Polder befinden sich in einer Entfernung von ca. zweieinhalb Kilometer zum See. Hier kann das Schlamm-Wassergemisch, das in einem Verhältnis von 1:4 auf die Polder gespült wurde, entwässern. Das Überschusswasser wird direkt unterhalb der Talsperre wieder in den Johannisbach eingeleitet. Zur Abdeckung des Schlamms und zur landschaftlichen Ausgestaltung der beiden Polder wird auf dem aufgespülten Schlamm abschließend eine Abdeckung aus unbelastetem Boden aufgebracht. Dies erfolgt natürlich in Absprache und nach Genehmigung der zuständigen unteren Landschafts- und Naturschutzbehörden. Dabei werden die Polder so ausmodelliert, dass zukünftig eine freizeitliche Nutzung der Fläche möglich sein wird.

Dies und die weiteren Informationen zur gesamten Baumaßnahme vermittelte Herr Dipl.-Ing. Witte von der planenden Technaqua GmbH aus Schieder-Schwalenberg.

Um die beiden Zulaufgewässer vom Staubereich der Talsperre abzutrennen, wurde eine Kombinationslösung gewählt. Hierbei wird mit einer dichten Spundwand, die teilweise bis 9,00 m in den Untergrund vorgetrieben wurde, der Wasserverlust infolge des unterschiedlichen Druckpotentials aus dem angestauten Staubereich der Talsperre und des niedrigeren Wasserstands in den beiden verlegten Gewässern gehalten.

Diese Spundwand wurde dann mit einer Steinschüttung eingefasst. Durch die zukünftige Eingrünung des Schüttdamms wird ein weitgehend natürliches Landschaftsbild erwartet.

Da gemäß der im Vorfeld der Planungen durchgeführten Untersuchungen festgestellt wurde, dass sich der entschlammte See nach Abtrennung der beiden Hauptzulaufgewässer aus biologischer Sicht nicht nachteilig verändern wird, wurde im oberen Bereich der Gewässerabtrennung des Johannisbaches lediglich ein 800er-Schieber vorgesehen, um die zu erwartenden Verdunstungs- und Versickerungsverluste ausgleichen zu können. In den Untersuchungen wurde weiterhin festgestellt, dass mit der Abtrennung der Fließgewässer nicht nur die Gewässerdurchgängigkeit wieder hergestellt wird, sondern auch mit einer Steigerung der Wasserqualität um mindestens eine Güteklasse zu rechnen ist. Dies kann so angenommen werden, weil sich die beiden Gewässer nicht mehr durch eine bis zu 21-Tage andauernden Verweilzeit im Staubereich erwärmen können.

Während der Baustellenbegehung wurden vielfältige Fachinformationen von den Teilnehmern angefragt, die Herr Witte gerne und fachkompetent beantwortete.

Beispielhaft sollen hier nur die Informationen zu den Arbeiten des Kampfmittelräumdienstes sowie die Informationen über die erheblichen Aufwendungen bei den Querungen der Abwasserleitungen und zur Bemessung der beiden Sohlgleiten zur Herstellung der Gewässerdurchgängigkeiten unterhalb der DB-Strecke Hamm-Hannover im Johannisbach und im Übergangsbereich der Jölle genannt werden.

Um sich für den Heimweg zu stärken, kehrte die Gruppe am Ende der Baustellenbesichtigung noch in den “Seekrug“ ein. Hier wurden die Mitglieder der BWK-Bezirksgruppe Detmold vom Vorsitzenden über den Verlauf des Landeskongresses, über die Aktivitäten des Landesvorstandes und über die geplanten Vorhaben der BWK-Bezirksgruppe Detmold bis zum Eintreffen des Landesgeschäftsführers Herrn Dipl.-Ing. Dieter Klähn informiert. Der Landesgeschäftsführer berichtete eingehend über die zukünftigen Aktivitäten des BWK auf allen Ebenen.

Dritte Fortbildungsveranstaltung der BWK-Bezirksgruppe Detmold an der Großbaustelle des RWE-Kohlekraftwerkneubaus in Hamm-Uentrop

Am 25. Aug 2009 trafen sich 23 BWK-Mitglieder der Bezirksgruppen Lippstadt, Ruhrgebiet und Detmold und mehrere Studenten im Eingangsbereich der RWE-Kraftwerke in Hamm-Uentrop. An diesem Standort wurde zu dieser Zeit in drei kleineren Kraftwerksblöcken Steinkohle verstromt. Der Standort wurde jedoch bekannt durch den damaligen Bau eines Kernkraftwerkes, dem THTR 300. THTR stand für Thorium Hochtemperatur Reaktor. Der Reaktor lief in der Erprobungsphase ca. drei Wochen bis dann der Betrieb dauerhaft wegen technischer Mängel, eingestellt wurde.

Für die BWK-Gruppe war jedoch der Bau von zwei neuen Kohleblöcken viel interessanter. Baustellen dieser Größenordnung sind nicht alltäglich und für eine Besichtigung ein herausragender Höhepunkt.

Vor der Baustellenbesichtigung erklärten die Vertreter der RWE-Power bei Kaffee und Kuchen den interessierten Besuchern viel über den Strommix, über das Stromverbundsystem in Europa und die Firmenphilosophie. So erfuhren die Teilnehmer auch den Grund des Kraftwerkneubaus am Standort Hamm-Uentrop. Die seinerzeit noch in Betrieb befindlichen drei Kohleblöcke waren an ihre technische Alterungsgrenze angekommen. Dies bedeutet, dass die drei Blöcke in sehr naher Zukunft erneuert werden mussten. Neue Umweltauflagen, die zur Verbesserung der Lebensraumbedingungen erforderlich wurden, spielten natürlich auch eine erhebliche Bedeutung. So wurden die Schwellenwerte für die Inhaltsstoffe der Rauchgase, die über den Schornstein an die Umwelt abgegeben werden, erheblich reduziert. Mit den alten Anlagen währe es nicht möglich, diese Werte nur annähernd einzuhalten. Auch eine erneute technische Nachrüstung der Anlagen würden keine nachhaltige Verbesserung hervorrufen.

Für Wasserwirtschaftler ist jedoch viel interessanter, dass die Kühlwasserbelastung in der Lippe erheblich ist. Aus diesem Grund wurde eine Reduzierung der Kühlwassereinleitung notwendig. Zukünftig erfolgt lediglich eine Temperaturerhöhung in der Lippe um maximal 3°C. Dies ist die maximale Temperaturerhöhung die u. a. auch gemäß den Allgemeinen Güteanforderungen (AGA) noch als zulässig eingestuft wird.

Wenn die beiden neuen Kohleblöcke ans Netz gegangen sind, werden die drei alten Kraftwerksblöcke zurückgebaut.
Nach der Theorie ging es mit einer Führung durch die seinerzeit betriebenen Kraftwerksbereiche weiter. Hier konnte eindringlich und hautnah die Erzeugung von elektrischem Strom durch die Verfeuerung von Steinkohle erlebt werden. Anschließend ging es in einem Bus über die Baustelle der beiden neuen Kraftwerksblöcke. Was sofort auffiel, waren die Anforderungen an die Arbeitssicherheit. Selbst die Fahrgeschwindigkeit der Baufahrzeuge und der anliefernden LKW wird auf 20km/h begrenzt. Einen Schornstein suchte man an den beiden neuen Kraftwerksblöcken vergeblich. Die gereinigten Rauchgase werden bei den neuen Kraftwerkstypen jeweils über den Kühlturm an die Umwelt abgegeben. Ein neuartiges Verarbeitungs- und Herstellungsverfahren verbessert die Betongüte der neuen Kühltürme so erheblich, dass dieses Verfahren eingesetzt werden kann.

Ralf Stief

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